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Touren auf Santa Cruz, Galapagos

29. Nov 2018
ca. 6 Minuten

7 Tage auf Santa Cruz: diese Touren haben wir gemacht

Die Insel Santa Cruz ist die wohl touristischste Insel aller Galapagosinseln. In der “Haupstadt” Puerto Ayora findet sich ein Tourenanbieter neben dem anderen. Es ergeben sich hier Möglichkeiten für Mehrtagestouren zu anderen Inseln oder auch Inselumfahrungen auf mehr oder weniger luxuriösen Booten. Alle versprechen natürlich, die ultimative Vielfalt an Tieren (Hammerhaie, Delfine, Pinguine …). Wir haben uns letztendlich für zwei Eintagestouren entschieden, da wir unsere Unterkunft schon bezahlt hatten.

Bootstour zu Daphne und Pinzón

Diese Tagestour war als Schnorcheltrip vorgesehen. Wir fuhren mit dem Taxi nach Norden zum Hafen von Baltra. Dort bestiegen wir ein kleines Schiff mit sechs weiteren Touristen und dem Tourguide. Von dort ging es zur nahegelegenen Insel Daphne.

Als wir vor den Felsen der Insel ankerten glitzerte das 5m tiefe Wasser und ein kurzer Test bestätigte die Vermutung: jetzt wird es kalt. Zum Glück hatten wir Neoprenanzüge bekommen. Ich als Frostbeule hätte mir zwar gern meinen langen Neo aus Deutschland gewünscht, aber es gab nur kurzärmelige … das musste reichen.

Als wir dann für 30 bis 40 Minuten im Wasser waren war es dann tatsächlich auch die letzten zehn Minuten unangenehm kalt. Aber die vielen Tiere im Wasser konnten von der Kälte ablenken. Am Boden konnten wir direkt Weißspitzenriffhaie sehen.

Hai vor Daphne

Neben den vielen Fischen gab es auch Seelöwen zu bewundern, die in sicherer Distanz auf den Felsen lagen.

Nach dem Stopp ging es für über eine Stunde weiter zur Insel Pinzón. Dort ging es wieder ins Wasser. Geführt vom Guide schnorchelten wir an der Steinküste entlang bis in eine kleine Bucht. Dort war das Wasser keine 2m tief, allerdings war dadurch auch die Sicht wesentlich schlechter. Zu bewundern gab es auch hier Meeresschildkröten und zahlreiche Fische.

Meeresschildkröte vor Pinzón
Fische vor Pinzón
viel mehr Fische vor Pinzón

Der Guide hatte uns dann auch an einer Stelle eine Gruppe kleiner Weißspitzenriffhaie gezeigt, die völlig unbeeindruckt von uns im Flachwasser schlummerten. Wir konnten diese aus knapp 1 bis 2 Metern Entfernung “hautnah” erleben.

Weißspitzenriffhaie vor Pinzón

Am Interessantesten war dann aber ein Seelöwe, der aufgeregt in der Bucht von einem Strand zum anderen hin und her schwamm und dabei laut brüllte. Für ihn war es auch völlig normal, zwischen den Schnorchlern hindurchzuschwimmen, was uns dann auch in die Lage versetzte, bis auf wenige Meter an ihn heranzukommen und mit ihm zu schwimmen.

Nach dem Wasserspaziergang gab es auf dem Boot auch einen Mittagssnack, natürlich Reis mit Hähnchen.

Nach Pinzón fuhren wir mit dem Boot eine knappe Stunde zu einer kleinen Bucht, wo die Sicht allerdings so schlecht war, dass wir dort nur über Wasser in der Ferne Köpfe von Meeresschildkröten sahen.

Zurück auf dem Boot ging es noch einmal über eine Stunde in den Süden, um direkt in Puerto Ayora an Land zu gehen. Insgesamt kostete der Ausflug mit fast 4h Bootsfahrt, drei Schnorchelgängen und einem Mittagessen $140 pro Person.

Da dies der interessanteste Schnorchelausflug war kam auch “ein wenig” Videomaterial zusammen.

Isla Seymour Norte

Der zweite Tagesausflug war zur Insel North Seymour. Hier wurden wir mit einem Shuttlebus von der Unterkunft abgeholt, um auch wieder zum Hafen im Norden transportiert zu werden. Dort ging es diesmal auf ein größeres Schiff mit 14 anderen Touristen. Die Insel wird als Vogelparadies angepriesen und in der Tat konnten wir bei dem einstündigen Landgang Unmengen Vögel sehen. Die meisten Vögel waren die Fregattenvögel, deren Männchen einen roten Beutel an ihrem Hals aufblähen können, um natürlich die Weibchen zu beeindrucken. Jetzt im November ist meines Wissens nach zwar nicht die Hauptbrutzeit, aber wir sahen einige Jungvögel mit ihrem gerupften Gefieder.

Fregattenvogel
kleiner Seelöwe verkriecht sich vor der brennenden Sonne
Fregattenvogel in typischer Kühlungshaltung
mehrere Fregattenvögel inklusive Jungvogel
die karge Landschaft von North Seymour
junger Fregattenvogel

Als weitere Besonderheit gelten die Blaufußtölpel, ich würde sie jetzt als eine Art Möwe mit blauen Füßen bezeichnen. Von denen hat man dort allerdings nicht wie erhofft Unmengen, sondern nur eine Hand voll gesehen.

Blaufußtölpel

Neben den Vögeln gab es noch eine Vielzahl an Leguanen, die sich auf der Insel abseits der Menschen frei entwickeln können.

Leguan beim Fressen
Leguan auf seinehm Thron

Nach dem Ausflug auf die Insel gab es auf dem Boot gebratenes Fischfilet mit Reis. Danach fuhr das Boot wieder zurück nach Santa Cruz und zum dortigen Strand Las Bachas für eine Strandwanderung und Schnorcheltrip. An Land gingen wir mit unserem Guide zu einer kleinen Lagune und konnten ein paar wenige Flamingos sehen. Auf dem Weg zur Lagune, an einem bestimmten Strandabschnitt, wieß der Guide noch darauf hin, dass sich hier an dieser Stelle Stachelrochen im Wasser befinden. Diese haben wir nur aus sicherer Distanz als dunkle Flecken im Wasser gesehen. Der darauf folgende Schnorchelausflug in einer “sicheren” Bucht brachte leider keine Besonderheiten zu Tage, da das Wasser größtenteils sehr trüb war. Wie so oft sahen wir aber trotzdem teilweise riesige Papageienfische.

Unterwasserwelt vor Santa Cruz

Nach dem Stopp ging es dann zurück in den Hafen von Baltra, womit die Tagestour ein Ende fand. Am Ende waren es $165 pro Person, die angeblich auf Grund der hohen Nachfrage und der teureren Schiffsklasse zustande kamen.

Fazit

Alle beiden Trips waren schon etwas besonderes. Ausgehend von der Touristenstadt Puerto Ayora macht es schon Sinn mindestens eine Tour zu unternehmen, da Puerto Ayora durch die ganzen Touristen nicht mehr ganz so direkten Tierkontakt bietet, wie zum Beispiel die Insel San Cristobal (das wussten wir zu dem Zeitpunkt aber noch nicht). Der allererste (und bedingt der zweite) Schnorchelspot war mit seinem klaren Wasser war das Highlight. Die Vögel von North Seymour waren auch interessant.

Ich persönlich bin aber hin- und hergerissen, ob der Preis gerechtfertigt ist. Man fährt ca. 40 Minuten in eine Richtung Taxi bzw. Shuttle zum Hafen, wird mit einer Dreckschleuder von Boot teilweise stundenlang umhergeschippert und hat natürlich keine Garantie irgendetwas zu sehen. Empfehlen kann ich daher auch nur die Tour Daphne/Pinzón, wobei ich nicht weiß, ob es auch nur eine Tour zu Daphne gibt. Denn die Fahrt nach Pinzón und von dort zurück in den Süden von Santa Cruz ist echt lang, kann bei schwachen Mägen (bei schlechtem Wetter) eine Herausforderung sein und verpestet nunmal die Umwelt.

North Seymour kann ich nur bedingt empfehlen, auch wenn es schön war. Hat man die Möglichkeit, noch mehrere Tage auf San Cristobal zu verbringen, dann bin ich der Meinung, dass die Artenvielfalt und die Nähe zu den Tieren mehr wert ist als diese teure Tour. (Dies wird dann mein nächster Beitrag!)

Wie schon erwähnt, das ist meine persönliche Meinung. Katrin ist da anderer Meinung. Sie würde beide Touren weiterempfehlen.

Nichtsdestotrotz sollte man mindestens einmal auf Santa Cruz die Tortuga Bay besuchen, da man dort kostenlos bzw. für wenig Geld mit Kayak den Tieren sehr nah sein kann. Zusätzlich hatten wir auf der North Seymour-Tour noch zwei Engländer kennengelernt. Jenny postet immer wieder auf Instagram ihre tollen Bilder und dort habe ich auch festgestellt, dass wir auf Santa Cruz einen Ausflug in den Bellavista Cloud Forest hätten machen müssen, da man dort unfassbar vielen Kolibris unglaublich nah sein kann, wie dieses Foto zeigt.


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