Rotorua und Matamata, Neuseeland

Von Andreas Groll
10. Mar 2019
ca. 4 Minuten


Das weltweit jüngste geothermale Gebiet und Ausflug nach Mittelerde

Am mittlerweile 120. Tag fuhren wir von den heißen Quellen der Coromandel-Halbinsel südlich in Richtung Rotorua. Hier hatten wir drei Nächte eingeplant und planten am Ankunftstag gleich die weiteren zwei Tage. So planten wir für den darauffolgenden Tag den Besuch im naheliegenden Mittelerde.

Das Auenland - Hobbiton Movie Set

Bei einem Besuch von Neuseeland kommt man nicht um das Thema Herr der Ringe oder Der Hobbit herum. Der bekannteste Drehort dürfte wohl Hobbingen, im Englischen Hobbiton, sein. Wir waren hin- und hergerissen, ob wir diesen Drehort besuchen sollten, da der Preis von 84NZD oder knapp über 50€ pro Person schon gefühlt sehr viel ist und wir noch nicht einmal Der Hobbit gesehen hatten. Nach ein wenig Diskussion haben wir uns dann dafür entschieden und die Tickets online auf der offiziellen Seite bestellt.

Wir hatten unsere Tickets für die 15:30 Uhr-Gruppe und kamen eine gute Stunde eher an, um ja nicht den Termin zu verpassen. Somit hatten wir noch Zeit, in dem dortigen Café noch eine Kleinigkeit zu essen und zu trinken. Pünktlich 15:30 Uhr ging es auch los und wir bestiegen einen Bus, der uns nach Hobbiton brachte. Auf der Busfahrt stimmte uns unser Guide auf die nächsten zwei Stunden ein, eingeführt durch durch ein Video mit unter anderem Peter Jackson und stimmungsvoller Herr der Ringe-Musik. Nach der zehnminütigen Fahrt kamen wir also in Hobbiton an:

Ortschild von Hobbiton

Nach dem Ortsschild ging es auch direkt los auf dem Weg den Bilbo im ersten Teil von Der Hobbit aus Hobbiton rannte, um in sein Abenteuer zu starten. Dies alles wurde sehr enthusiastisch von unserem Guide erzählt, während wir nebenbei Fotos von all den kleinen Hobbithöhlen und den umfangreichen Außenanlagen machten.

Eine der ersten Hobbithöhlen

Und noch eine Hobbithöhle

Diesmal mit roter Tür

Der Kürbis ist natürlich echt

Wie im letzten Bild zu sehen ist, steht die Sonne zum Nachmittag leider ein wenig ungünstig, so dass viele Fotos mit seitlich einstrahlendem Sonnenlicht zu kämpfen haben. Interessanterweise gibt es eine Sonnenuntergangsszene mit Gandalf und Bilbo, die hier bei Sonnenaufgang gedreht (und rückwärts abgespielt) werden muste, weil die Sonne eigentlich hinter Bilbos Heim untergeht.

Bilbos Heim, wie in Der Hobbit Teil 1

Wunderbare Aussicht über Hobbiton

Sams Haus aus der Herr der Ringe steht hier auch

Die grünen Felder von Hobbiton

Am Ende der Tour ging es noch in den Green Dragon, der Gaststube, die in beiden Trilogien vorkommt. Diese wurde tatsächlich als echte Gaststube aufgebaut, wo man richtig Essen und Trinken kann. Der normale Ticketpreis enthält aber nur ein Getränk, welches wir in Form eines leckeren Apple Cider und eines Ginger Beer genossen. Beide werde hier hergestellt und beide waren sehr lecker!

Die Schmiede am Green Dragon Inn

Das Green Dragon Inn von Innen

Die zwei Stunden vergingen im Flug und im Endeffekt ging es nach knapp über 90 Minuten wieder zurück zum Bus, der uns aus Hobbiton wieder in die reale Welt brachte. Am Ende haben wir den Besuch nicht bereut, allerdings war das ganze schon arg stressig. Wollte man ein ordentliches Foto machen, musste man bei über 30 Leuten in der Gruppe schon den richtigen Zeitpunkt abpassen. Dann liefen auch in der Ferne noch genügend andere Gruppen aus anderen Zeitslots durch die Landschaft. Währendessen hatte der Guide schon wieder an anderer Stelle zu erzählen angefangen, was man dann nur zum Teil hören konnte. Man merkte dem Ganzen also schon sehr den kommerziellen Charakter an und man hätte gern individuell Zeit in Hobbiton verbracht. Aber das ist bei den Menschenmassen natürlich nicht möglich und man muss es so akzeptieren. Der Preis ist am Ende wohl auch gerechtfertigt, da Unmengen Leute hier arbeiten und alles instandhalten.

Den Besuch von Hobbiton werden wir wohl immer mit Neuseeland verbinden. Auch nahmen wir es zum Anlass, direkt an den darauffolgenden Abenden die Hobbit-Trilogie zu schauen.

Waimangu Vulcanic Valley

Am zweiten Tag fuhren wir zum nahegelegenen Waimangu Vulcanic Valley. Hier läuft man durch das jüngste geothermale Gebiet der Erde, welches durch ein Eruption am Ende des 19. Jahrhunderts entstand. Dabei entstand nicht nur die weltweit größte Thermalquelle sondern auch ein Geysir, der nur bis 1904 aktiv war und bei Ausbrüchen Wasser bis 400m hoch in die Luft sprühte.

Auf einem knapp vier Kilometer langen Pfad geht es entlang dampfender Quellen, bunter Gesteinsformationen und tropischer Wälder bis zu einem See, auf dem man eine Bootsfahrt machen könnte. Von dort zurück ging ein Shuttlebus.

Frying Pan Lake ist eine große Thermalquelle

An jeder Ecke dampft es

Ein besonderes Highlight war der Inferno Crater Lake, der mit seiner blauen Farbe eigentlich zum Baden einlädt. Allerdings ist er mit einem Ph-Wert von 2,2 so sauer, dass man es dringend unterlassen sollte!

Inferno Crater Lake

Neben der überzeugenden Landschaft gab es auch eine Felswand, aus deren Löchern die heißen Dämpfe austraten und unaufhörlich Geräusche machten.

Der Park war sehr spärlich besucht, so dass man ungestört an den vielen Aussichtspunkten die Natur genießen konnte. Aber auch hier war der Besuch nicht umsonst. Für 40NZD bekommt man ein teures Shuttle zurück zum Eingang, aber auch eine gut gepflegte Infrastruktur in einer bemerkenswerten Landschaft.

Andreas Groll

Andreas ist der Betreiber dieses Blogs. Er schreibt aktuell vermehrt über seine Weltreise und daher nur gelegentlich über IT-Themen.

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