Puerto Iguazú, Argentinien

Von Andreas Groll
22. Feb 2019
ca. 6 Minuten


Von Patagonien an die Grenze zu Brasilien und Paraguay, um die Iguazú-Wasserfälle zu sehen

Anreisemarathon

Nach unseren zwei Wochen Patagonien ging es von Punta Arenas im chilenischen Teil Patagoniens zurück nach Santiago de Chile. Sechs Stunden nach Ankunft ging unser Flieger nach Buenos Aires in Argentinien. Kurz nach 23 Uhr landeten wir dort und mussten (mal wieder) in Argentinien einreisen. Interessanterweise erfolgte die Einreise hier im Gegensatz zu unseren Grenzübertritten in Patagonien mit einem Abgleich von Foto und Fingerabdrücken. Als wir dann kurz vor Mitternacht endlich unser Gepäck hatten, mussten wir noch vom Flughafen Ezeiza (EZE) vor der Stadt zum Flughafen Aeroparque Jorge Newbery (AEP) direkt in der Stadt. Direkt nach dem Ausgang vom Sicherheitsbereich warteten mehrere Taxifirmen und wir bekamen für 1300 ARS, zu diesem Zeitpunkt knapp 30€, eine Fahrt zum Flughafen AEP. Gegen 1 Uhr früh kamen wir dort an und mussten wieder feststellen, dass dieser Flughafen nicht so optimal für Übernachtungen ist, da kaum öffentliche Sitzplätze vorhanden waren. Um 9:45 Uhr ging unser Flieger dann ins 90 Minuten entfernte Puerto Iguazú. Auf uns wartete dann dort ein Fahrer des kleinen Tupa Hotel, der uns wiederum für 700 ARS ins 20km entfernte Puerto Iguazú.

Ursprünglich wollten wir unsere knappe Zeit hier gleich am ersten Tag nutzen, um direkt zu den Wasserfällen zu fahren. Wir waren aber so platt nach der Anreise, dass wir den Tag nur zur Entspannung nutzten.

Zwei Tage Wasserfälle

Nach einem entspannten Frühstück ging es erst am späten Vormittag mit dem öffentlichen Bus für 130 ARS pro Person zum Nationalpark. Der Eintritt schlug mit weiteren 700 ARS (weniger als 17€) zu Buche. Danach ging es dann auf den oberen Wanderweg zu Wasserfällen. Am Eingang weist ein Schild noch auf die “riesigen” Gefahren im Park hin. Wahrscheinlich muss man sich auch hier rechtlich gegen alles mögliche absichern.

Warnung vor den Risiken der Natur

Amüsant fanden wir auch die Häufigkeit von Menschen, die Thermogefäße mit heißem Wasser und passendem Mate Becher bei sich hatten - bei 30°C im Schatten.

Argentinier und Mate sind untrennbar

Aber das nur am Rande, denn auf dem Weg des Rundkurses sahen wir schon immer wieder kleinere Wasserfälle. Insgesamt bestehen die Iguazú-Wasserfälle aus über 200 einzelnen Wasserfällen mit einer Ausdehnung über 2km. Von einer der Aussichtspunkte sah man einen kleinen Ausschnitt:

Sicht auf einen Teil der Wasserfälle

Panorama mitten im Dschungel

Nach dem Rundkurs ging es dann mit einer kleinen Eisenbahn zu einem langen System von Brücken, die über die Arme des Flusses Río Iguazú gebaut wurden, um aus zentraler Position auf die größten Wasserfälle zu blicken.

Blick auf die größten Wasserfälle

Auf dem Weg durch den Dschungel konnte man viele Schmetterlinge und Vögel sehen, die auch nicht allzu scheu waren.

Schmetterlinge ...

... waren überall zu sehen

Da wir an dem Tag nicht alles geschafft hatten, beschlossen wir auch am darauffolgenden Tag noch einmal die Wasserfälle zu besuchen. Für den folgenden Tag gibt es 50% Rabatt auf das Ticket. Dieses muss aber noch am ersten Tag am Ticketschalter auf den Tickets vermerkt werden.

Wir hatten uns wirklich vorgenommen, diesmal am Vormittag den Bus rechtzeitig zu nehmen, um mehr von dem Tag zu haben. Wir waren gegen 10 Uhr an der Bushaltestelle, nur leider fuhren die ersten zwei Busse an uns vorbei mit dem Handzeichen, dass Bus schon voll sei. Zwischen jedem Bus vergingen 20 Minuten und der dritte Bus hat uns dann auch nur mitgenommen, weil zwei Reisende noch in der Stadt wieder aussteigen wollten. Damit bleibt als Tipp, dass man für die frühen Busse unbedingt nahe des Busterminals zusteigen sollte und nicht wie wir erst an einer späteren Haltestelle.

Im Park hatten wir direkt hinter dem Eingang noch das Vergnügen ein Rudel Nasenbären beim Mittagsschlaf zu sehen. Die Mittagshitze machte ihnen zu schaffen und da kann man ruhig alle viere von sich strecken:

Mittagsschlaf der Nasenbären

Mittagssnack für kleine Nasenbären

Diesmal begaben wir uns auf den unteren Rundweg, der wieder eine andere Perspektive bot, die aber mindestens genauso beeindruckend war.

Die Iguazú-Wasserfälle von vorn

Im Gebüsch konnte man Echsen erspähen, die hofften, Leckereien von Touristen zu bekommen.

Echse im Gebüsch

Am Ende würde ich jedem raten, alle Rundwege zu laufen, da die Perspektiven schon grundverschieden sind und sich auf alle Fälle lohnen. Ob man dafür ein oder zwei Tage einplant hängt sicher vom Wetter und dem persönlichen Wünschen ab.

Weiterer Blick von vorn

Parque das Aves

An unserem dritten Tag hatten wir bis Mittag mit Regen zu tun. Grundsätzlich hatten wir auch überlegt, noch den brasilianischen Nationalpark mit den Wasserfällen zu besuchen, aber uns aufgrund der schon reichlich erlebten Perspektiven dagegen entschieden. Wir hatten aber von einem Vogelpark den Flyer gesehen und diesen, kurz vor dem Eingang zum brasilianischen Park, definitiv auf dem Programm. Wir suchten uns einen Taxifahrer, der mit uns über die Grenze fuhr und am Park auf uns wartete, um dann mit uns zurück zu fahren. Für nur 1000 ARS fand sich einer, der diese 4-Stunden-Tour mitmachte. Der Grenzübertritt gestaltete sich auch total unspektakulär, da genau für diese Zwecke kein Visum notwendig ist. Auf brasilianischer Seite interessierte sich kein Grenzbeamter für uns, somit gab es keinen weiteren, brasilianischen Stempel im Pass. Zu beachten sind nur die Öffnungszeiten, da die brasilianische Zeit eine Stunde vor der argentinischen ist.

Am Parque das Aves bezahlten wir gerade einmal knapp 10,50€ pro Person und bekamen den ganzen Tag Zugang zum Park, der mitten im Dschungel ist und aus einzelnen Gehegen, Käfigen aber auch aus riesigen, mit Netzen abgetrennten Anlagen besteht. Hier gab es viele Vögel zu sehen, zu Beginn hier ein Kronenkranich:

Kronenkranich

Schön zu beobachten waren auch die Flamingos, deren Gehege an einer Seite mit einem Spiegel begrenzt war, um den in großen Gruppen lebenden Vögeln noch mehr Artgenossen vorzugaukeln.

Flamingos

Ein Spiegel gaukelt weitere Partner vor

Hühner gab es auch.

Ein Huhn mit Haube

In einer großen Anlage konnten wir auch Tucane erleben:

Tucan

Zwei Tucane beim Fressen

Auf dem Weg in der Anlage wäre ich beinahe über eine riesige Schnecke gestolpert!

Eine riesige Schnecke

Neben den verschiedenen Vögeln gab es auch unzählige Blüten zu sehen. Ebenso gab es ein extra Schmetterlingshaus in dem nicht nur viele Schmetterlinge waren, sondern auch Kolibris, die mal nicht hektisch durch die Gegend flogen und man sie sogar mit dem Telefon ablichten konnte.

eine von vielen Blüten

Eine Raupe im Schmetterlingshaus

Ein entspannter Kolibri

Neben verschiedenen Papagaien gab es auch einige Greifvögel wie Adler und Eulen zu sehen.

Ein kleinerer Papagai

Zwei große Papageien

Eine kleine Eule

Nach dem Besuch des Vogelparks ließen wir uns von dem Taxifahrer direkt in Puerto Iguazú absetzen, da dort ein Aussichtspunkt mit Blick auf das Dreiländereck ist. Hier, wo der Río Iguazú in den Río Paraná mündet, treffen die drei Länder Paraguay, Brasilien und Argentinien aufeinander.

Fazit

Insgesamt waren die drei vollen Tage sehr eindrucksvoll. Zum einen die Wasserfälle, zum anderen der sehr schöne Vogelpark. Bei beiden Sehenswürdigkeiten stimmt das Preis-Leistungsverhältnis. Hat man das nötige Kleingeld, kann man auch direkt im Dschungel bei einzelnen Eco-Lodges übernachten. Dann sollte man aber insgesamt mehr Zeit einplanen, da man für die Wasserfälle und den Vogelpark schon mindestens zwei volle Tage vor Ort einplanen sollte. Am Ende gibt es von mir eine klare Empfehlung für Iguazú als Reiseziel.

Andreas Groll

Andreas ist der Betreiber dieses Blogs. Er schreibt aktuell vermehrt über seine Weltreise und daher nur gelegentlich über IT-Themen.

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