Far North District, Neuseeland

Von Andreas Groll
3. Mar 2019
ca. 4 Minuten


Ankunft in Neuseeland und Besuch des nördlichsten Punkts des Festlands.

Unser Flug von Buenos Aires nach Auckland war einer der angenehmsten Langstreckenflüge überhaupt. Air New Zealand hatte echt einen tollen Service, einhergehend mit wirklich sehr guter Verpflegung. Hier gab es auch (mehrere) wunderbare, würzig-scharfe Tomatensäfte (eigentlich ein Bloody Mary ohne Alkohol). Auch konnte man bei dem Nachtflug wunderbar in der Boeing 777 schlafen, obwohl ich doch eher ein A380-Fan bin. Nachdem wir also Freitagabend losgeflogen und Sonntag früh gelandet sind, holten wir unseren Mietwagen am Flughafen Auckland ab, um drei Wochen die Nordinsel erkunden zu können.

Einigermaßen ausgeschlafen ging es dann in den hohen Norden, dem Far North District. Wir hatten ein Motel in Paihia gebucht, welches nur 2 Minuten zu Fuß vom Strand der Bay of Islands entfernt war. Die Bewertungen des Marlin Court Motel waren sehr durchwachsen, aber wir wurden glücklicherweise nicht enttäuscht: ein Schlafzimmer und gut ausgestatteter Wohn-/Essbereich, wo wir uns selbst versorgen konnten und das für weniger als 70€ die Nacht. Für Neuseeland also ein Schnäppchen. Der einzige Kritikpunkt war das beschränkte WLAN, man bekam an der Rezeption tatsächlich nur Datengutscheine über 2GB. Zum Glück konnte man dem Chef immer wieder neue Vouchers abschwatzen. Am Ende verlängerten wir für den Preis von ursprünglich drei Nächten auf sechs. Am ersten Abend gingen wir trotzdem direkt in ein Restaurant gegenüber vom Strand, um Neuseeland entspannt zu beginnen. Im Rayz on the Beach gab es typischerweise Burger, für mich eine vegetarische Variante mit lokalem Ginger Beer:

Vegetarischer Burger mit Ginger Beer

Der Weg nach Paihia selbst war schon von unzähligen schönen Stränden umgeben. Auch in Paihia war der Strand und der damit verbundene Ausblick nicht schlecht.

Muschelstrand und Ausblick auf die Bay of Islands

An einem wunderbar sonnigen Tag liehen wir uns ein Kayak (60NZD für 4h) aus, um die Bucht vor Pahia zu erkunden. Man konnte problemlos an den vielen kleinen Inseln anlegen und am Strand entspannen. An einem eher schlechten Tag machten wir uns von Paihia auf an den nördlichsten Punkt von Neuseeland, Cape Reinga. Dieser Ort ist auch für die Ureinwohner, die Maori, ein spiritueller Ort und ermöglicht den Blick auf einen kleinen Teil des sogenannten 90 Mile Beach, ein Sandstrand der sich knapp 100km die Küste entlangzieht.

Cape Reinga bei Schlechtwetter

Blick auf den 90 Mile Beach

Am nächsten Tag machten wir eine fünfstündige Ausfahrt mit einem Boot in die Bay of Islands. Bei einem Preis von 110NZD (ca. 65€) pro Person war die Tour gerade noch angemessen. Die Preise in Neuseeland sind nun einfach gehoben. Bei den fünf Stunden der Tour hatten wir insgesamt aber zwei Guides, die auch immer wieder interessante Dinge über die Gegen erzählten. Die Aussicht auf einer der Inseln war dafür aber auch traumhaft, auch wenn wir wieder mit Wolken zu kämpfen hatten.

Aussicht von Motuarohia Island

Einer der Stopps war in einer Bucht, wo wir Schnorcheln und mit dem Standup Paddle Board paddeln konnten. Nachdem wir nun auf den Galapagosinseln und auch schon an anderen Riffen der Welt waren, war das Schnorcheln aber kein Highlight. Kaum Fische und nur ein paar Seeigel. Ich paddelte während Katrin’s Schnorchelei und sprang nicht ins kühle Nass. Allein für das Schnorcheln sollte man die Tour also nicht machen, da lohnt es sich also mehr, auf dem SUP zu stehen, auch wenn es insgesamt nur vier Boards gab für eine Gruppengröße von ca. 20 Personen.

Ein Highlight war dann, als einer der Guides die hiesigen Kinas, eine Form von Seeigeln, anschleppte. Diese waren für die Maori eine Delikatesse und sind is immer noch im japanischen Raum. Vor unseren Augen wurde ein Kina “zubereitet”, was bedeutet aufgeschnitten und ausgelöffelt. Wir haben es natürlich probiert. Erst die spätere Recherche schaffte Klarheit, dass die Delikatesse die Geschlechtsdrüsen des Seeigels sind. So hat es auch geschmeckt …

Kina, neuseeländische Seeigel

Man konnte die Seeigel problemlos in die Hand nehmen

Im Vergleich zu unserer Selbstversorgung hat Kina nicht wirklich geschmeckt. Da war unsere leckere, vegetarische Avocado-Bohnen-Ei-Pfanne schon viel leckerer:

Avocado, Black Beans, Ei und co als Abendessen

Bei unserer Abreise in Richtung Auckland fuhren wir noch an den kleinen Wasserfällen Haruru Falls vorbei, die man auch mit dem Kajak durch die Mangrovenwälder hätte erreichen können. Das geht aber nur bei Flut, da dann genug Wasser für die Anreise im Flusslauf vorhanden ist.

An der Westküste konnten wir in einem der Kauri-Wälder noch den ältesten Kauri-Baum Tāne Mahuta - Lord of the Forest sehen. Mit fast 14 Metern Stammumfang war das schon ein riesiger Brocken.

Der älteste Kauri-Baum in Neuseeland

Der nördliche “Zipfel” ist für Ausflüge oder Strandtage sehr zu empfehlen. Es war ein guter Einstieg zum Kennenlernen von Neuseeland. Danach ging es für uns weiter über Auckland entlang der nördlichen Küstenlinie.

Andreas Groll

Andreas ist der Betreiber dieses Blogs. Er schreibt aktuell vermehrt über seine Weltreise und daher nur gelegentlich über IT-Themen.

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